Startseite
  Über...
  Archiv
  Bücher
  Mein Glaube
  Meine Göttin Ostara
  Die WM 2006 & ich
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Mein Amazon-Wunschzettel
   Black Sands Imageworks
   Turamania
   LastFM
   DeviantArt
   Fotocommunity

http://myblog.de/blutwalzer

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Ostara

Außer der schönen Freyja verehrten unsere Vorfahren noch eine andere Frühlingsgöttin: die Ostara. Ihr Fest wurde im April gefeiert, der nach ihr den Namen Ostermonat erhielt. Die Auferstehung der Natur aus dem Winterschlaf war des Osterfestes Sinn und Bedeutung. Im germanischen Norden scheint man diese Frühlingsgöttin nicht gekannt zu haben, denn die nordischen Urkunden wissen nichts von ihr. Aber desto inniger hat man sie im eigentlichen Deutschland geliebt und verehrt; davon zeugt schon zur Genüge die Tatsache, daß der Name Ostern von den christlichen Glaubensboten nicht hat ausgetilgt werden können.



Ostar bedeutet Osten, Morgen; von Osten kommt die Sonne, das Licht; Ostara war also die Gottheit der aufgehenden Sonne, des wiederkehrenden Lichtes.

Sie brachte der Welt den jungen Tag, sie brachte das junge Jahr, den holden Frühling, und da wir wissen, wie sehr unsere Ahnen das Licht liebten, so können wir uns vorstellen, welch herrliche Gestalt sie der Ostara gegeben haben werden.

Hellster Sonnenglanz strahlte aus ihren blauen Augen, auf ihren Wangen blühte das Früh- rot des jungen Tages, ein Veilchenkranz schmückte ihr goldblondes Mädchenhaupt, mit den Händen streute sie gelbe Blumen aus: Schlüsselblumen, Dotterblumen, Narzissen, Krokus und das rosige Windröschen.

Kränze vom ersten Grün des jungen Lenzes umschlangen ihre feine Elfengestalt, von ihren Füßen leuchtete der grüne Schein der knospenden Erde, Schwalben umschwirrten jauch- zend das herrliche Götterbild, und aus jedem Menschenantlitz lachte bei seinem Anschaun die Freude. Das war die Frühlingsgöttin Ostara, die Braut des jungen Maigrafen, der nun die Holde zur Hochzeit führte. Vor Freude, daß die Schöne gekommen, macht selbst die Sonne bei ihrem Aufgang am Ostermorgen drei Freudensprünge.

In dämmernder Morgenfrühe gingen die großen Mädchen zum Brunnen und füllten schweigend den Eimer. Und wenn dann die Sonne aufging, so verneigten sie sich dreimal ehrfurchtsvoll vor ihr wie vor einer Gottheit. Dann trugen sie das Osterwasser ins Haus, ohne dabei ein Wort zu sprechen; nicht einmal den Gruß eines ihnen Begegnenden durften sie erwidern, wenn das köstliche Naß nicht die wunderbare Heilkraft einbüßen sollte, die ihm der Einfalt frommer Glaube zuschrieb. Das ganze Jahr behielt das Oster- wasser seine Frische, und wusch man kranke Augen damit, so wurden sie alsbald gesund.

Am Osterfest kamen in allen Häusern und Hütten rot und gelb gefärbte Eier auf den Tisch; rot dem Donnergott Donar zu Ehren, der im er sten Frühlingsgewitter die unholden Winterriesen in ihre Schlupfwinkel schreckte und dem Frühling die Bahn frei machte; gelb, um das Auge der holden Ostara zu erfreuen, die die gelbe Farbe jeder anderen vorzog.

Die Ostereier hat kein Huhn gelegt, kein Kuckuck, kein Schwan, sondern der Hase, der der schönen Göttin geweiht ist. Diese hohe Auszeichnung wurde dem braven Tier wegen seiner häuslichen Tugenden und seiner Freude an zahlreicher Nachkommenschaft zuteil. Und er zeigt sich wahrlich der Ehre würdig. Pünktlich am Feste seiner hohen Herrin stellt er sich heimlich allerorten ein, wo Menschen wohnen, und legt im Versteck der Häuser und Gärten die schönen farbigen Ostereier - den Kindern zur jauchzenden Freude und auch alten Leuten zum Wohlgefallen.

In manchen Gegenden unseres Vaterlandes lodern noch der Göttin zu Ehren auf den Bergen die Osterfeuer, und hie und da wird auch noch das Maifest prächtig gefeiert, da unter dem Jubel des Volkes der Maigraf mit seiner blumengeschmückten Braut fröhlichen Umzug bei den Sterblichen hält, wie einst bei unseren Vorfahren Freyr und die holde Ostara. Man brachte der geliebten Göttin auch Opfer dar, doch nur unblutige: Veilchen, Maiblumen und andere liebliche Kinder der Flur.



Quelle: Noltex-Kunstverlag



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung